Keine Erfahrung in der Branche? Kann 2026 funktionieren!
Laut einer StepStone-Studie wollen 77% der Unternehmen 2026 kompetenzbasiertes Recruiting priorisieren.
Gleichzeitig zeigt der StepStone Hiring Trends Report, dass 87% der Recruiter Schwierigkeiten haben, passende Kandidaten zu finden. Der Fachkräftemangel öffnet Türen für Menschen aus anderen Bereichen.
Die Herausforderung:
Wie überzeugst du jemanden, der eigentlich Branchenerfahrung sucht?
Die Antwort:
Mit der richtigen Positionierung deiner Fähigkeiten überzeugst du auch ohne Branchenerfahrung.
Kurz und knapp
- 77% der Unternehmen schauen 2026 mehr auf Skills als auf Branchenerfahrung
- 87% der Recruiter finden keine passenden Kandidaten – Quereinsteiger sind gefragt
- Schreib nie „Quereinsteiger" ins Anschreiben – klingt nach Notlösung
- Fokus auf Transferable Skills: Was kannst du, das auch in der neuen Branche zählt?
- Weiterbildungen zeigen ernsthaftes Interesse
Warum Quereinsteiger gefragt sind

Unternehmen denken um.
In vielen Branchen gibt es schlicht nicht genug qualifizierte Bewerber. Wer auf den perfekten Kandidaten wartet, wartet ewig. Das zwingt Unternehmen zum Umdenken.
Gleichzeitig bringen Quereinsteiger frische Perspektiven aus anderen Bereichen mit – und genau das verhindert Betriebsblindheit.
Viele Fähigkeiten funktionieren branchenunabhängig: Projektmanagement, Kundenorientierung, Teamführung – das läuft überall.
Und diverse Teams mit unterschiedlichen Hintergründen performen nachweislich besser.
"77% der Unternehmen priorisieren 2026 Skills statt Branchenerfahrung."
Simona Hübl
Co-Founder Nejo
Deine Transferable Skills finden

Bevor du dich bewirbst: Analysiere, was du mitbringst.
Typische Transferable Skills:
- Projektmanagement und Organisation
- Kundenorientierung und Service
- Kommunikation und Präsentation
- Analyse und Problemlösung
- Führung und Teamarbeit
- Technische Kompetenz (Software, Tools)
- Budgetverantwortung

So findest du deine Skills:
- Liste alle bisherigen Aufgaben auf
- Markiere, was du besonders gut konntest
- Frag ehemalige Kollegen nach deinen Stärken
- Gleiche mit der Stellenanzeige ab
Beispiel:
Ein Vertriebsmitarbeiter bewirbt sich als HR-Recruiter. Transferable Skills: Kommunikation, Überzeugungskraft, Bedarfsanalyse, Verhandlung. Alles relevant fürs Recruiting.
Das Anschreiben – hier gewinnst du

Das Anschreiben ist deine wichtigste Waffe. Hier überzeugst du.
Die Struktur:
- Einleitung: Motivation für den Wechsel (positiv formuliert)
- Hauptteil: Transferable Skills mit konkreten Beispielen
- Schluss: Lernbereitschaft und Begeisterung
Wichtige Regeln:
- Vermeide das Wort „Quereinsteiger". Klingt nach Notlösung. Nach Plan B.
- Fokussiere auf das, was du KANNST. Nicht was dir fehlt.
- Keine Entschuldigungen für fehlende Branchenerfahrung.
- Konkrete Bezüge zum neuen Berufsfeld.
Mehr dazu: Bewerbung Einleitung
Beispiel-Einleitung:
„Meine acht Jahre Erfahrung im Vertrieb haben mir eines gezeigt: Meine Stärke liegt in der Gesprächsführung und dem Aufbau langfristiger Beziehungen. Genau diese Fähigkeiten will ich nun in der Personalberatung einsetzen – einer Branche, in der Menschenkenntnis und Überzeugungskraft den Unterschied machen."
Zeigt: Du weißt, warum du wechselst. Du verstehst, was die neue Stelle braucht. Du bringst relevante Skills mit.
Was du bleiben lässt:
- „Obwohl ich keine Erfahrung in der Branche habe..."
- „Ich bin zwar Quereinsteiger, aber..."
- „Ich hoffe, Sie geben mir eine Chance..."
"Fokussiere auf das, was du KANNST – nicht auf das, was dir FEHLT."
Simona Hübl
Co-Founder Nejo
Der Lebenslauf – anders aufbauen

Der klassische chronologische Lebenslauf ist nicht ideal für dich.
Besser: Der funktionale Lebenslauf.
Funktionaler Lebenslauf:
Beginne mit einer Qualifikationszusammenfassung. Liste dann Skills und Erfolge nach Kompetenzbereichen. Die chronologische Auflistung kommt danach.
Aufbau:
- Profil/Zusammenfassung (3–4 Sätze) – Wer bist du, was kannst du, was willst du
- Kernkompetenzen – Die wichtigsten Skills für die neue Stelle
- Erfolge und Projekte – Konkrete Leistungen, die transferierbar sind
- Berufserfahrung – Bisherige Jobs mit Fokus auf Relevantes
- Ausbildung und Weiterbildung – Besonders alles, was zur neuen Richtung passt
Tipp:
Beschreibe bisherige Jobs so, dass die Relevanz sichtbar wird.
Nicht: „Verkaufsleiter im Einzelhandel." Sondern: „Führung eines 12-köpfigen Teams mit Verantwortung für 2 Mio. Euro Umsatz."
Weiterbildung als Türöffner

Weiterbildungen zeigen ernsthaftes Interesse und schließen gleichzeitig Wissenslücken.
Möglichkeiten:
- Online-Kurse (Coursera, LinkedIn Learning, Udemy)
- IHK-Weiterbildungen und Zertifikate
- Umschulungen über die Arbeitsagentur
- Berufsbegleitende Studiengänge
- Branchenspezifische Zertifizierungen
Im Anschreiben erwähnen:
„Um mich optimal vorzubereiten, habe ich den Google Project Management Certificate abgeschlossen und bilde mich aktuell im Bereich agiles Arbeiten weiter."
Auch angefangene Weiterbildungen zählen – sie zeigen Engagement.
Branchen, die offen sind

Nicht jede Branche nimmt Quereinsteiger. Diese schon:
Was du tun solltest – und was nicht

Mach das:
- Jede Bewerbung individuell anpassen
- Ehrlich und authentisch bleiben
- Stärken und Transferfähigkeiten hervorheben
- Lernbereitschaft zeigen
- Netzwerken – Kontakte in der neuen Branche können Türen öffnen
Lass das:
- „Quereinsteiger" im Anschreiben schreiben
- Fehlende Erfahrung entschuldigen
- Standardphrasen verwenden
- Nach ersten Absagen aufgeben (Quereinsteiger brauchen oft mehr Bewerbungen)
- Branche und Skills nicht recherchieren
FAQ
Fazit
Quereinsteiger sind gefragter denn je. Der Fachkräftemangel öffnet Türen. Kompetenzbasiertes Recruiting macht Branchenerfahrung weniger wichtig.
Der Schlüssel: Richtig positionieren. Zeigen, welche Skills du mitbringst. Erklären, warum der Wechsel Sinn macht. Und nie aufhören zu lernen.
Dieser Beitrag wurde das erste Mal am veröffentlicht.




