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Bewerbungsgespräch 2026: Der komplette Guide für deinen Erfolg

Selbstbewusste Person bei der Vorbereitung auf ein Bewerbungsgespräch

Der Termin steht, das Herz klopft, die Gedanken kreisen. 69% der Bewerber:innen kennen dieses Gefühl.

Eine Umfrage von Monster und YouGov zeigt, dass mindestens ein Aspekt des Bewerbungsprozesses für die meisten Menschen angstauslösend ist. Das Bewerbungsgespräch selbst? Mit 35% der größte Stressfaktor.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorbereitung ist trainierbar – Ein Vorstellungsgespräch ist keine angeborene Begabung, sondern eine Fähigkeit
  • 4 Säulen der Vorbereitung – Recherche, Übung, Logistik und mentale Vorbereitung bilden das Fundament
  • STAR-Methode nutzen – Situation, Task, Action, Result für überzeugende Antworten auf Verhaltensfragen
  • Follow-up nicht vergessen – 91% der Personaler:innen freuen sich über eine Dankes-Mail, aber 57% senden keine
  • Körpersprache zählt – 55% der Kommunikation läuft über Gestik und Mimik
"Ein Vorstellungsgespräch gut zu meistern ist keine angeborene Begabung. Mit ein bisschen Übung und den richtigen Tipps kannst du dich perfekt vorbereiten."

Simona Hübl

Co-Founder Nejo

Selbstbewusste Person bereitet sich am Schreibtisch auf ein Bewerbungsgespräch vor
Selbstbewusste Person bereitet sich am Schreibtisch auf ein Bewerbungsgespräch vor

In diesem Guide erfährst du alles, was du zur Vorbereitung brauchst. Wir geben dir konkrete Beispielantworten für die häufigsten Fragen, sprechen über die Gehaltsverhandlung und zeigen dir, wie du Video-Interviews genauso souverän meisterst wie persönliche Gespräche.

Dazu nutzen wir aktuelle Daten: Was erwarten Recruiter:innen 2026 wirklich? Welche Fehler führen zu Absagen? Und womit kannst du deine Chancen steigern, und dich von der Masse abheben?

Warum die richtige Vorbereitung entscheidend ist

Laut einer Analyse zur durchschnittlichen Time-to-Hire dauert eine Jobsuche im Durchschnitt 70 Tage und erfordert 19 Bewerbungen. Daraus entstehen durchschnittlich vier Interviews, drei davon enden mit einer Absage. Durch die richtige Vorbereitung kannst du deine Chancen auf einen erfolgreichen Ausgang erhöhen.

Infografik - die 4 Säulen der Interview-Vorbereitung: Recherche, Übung, Logistik und mentale Vorbereitung
Infografik - die 4 Säulen der Interview-Vorbereitung: Recherche, Übung, Logistik und mentale Vorbereitung

Gute Vorbereitung hat vier Teile:

Recherche

Du kennst das Unternehmen, seine Werte, aktuelle Projekte und die Herausforderungen der Branche. Du verstehst die Stellenanzeige bis ins Detail und weißt, welche deiner Erfahrungen zu welcher Anforderung passt.

Übung

Du hast deine Antworten auf typische Fragen laut gesprochen, Feedback eingeholt und Schwachstellen ausgebessert. Deine Selbstvorstellung sitzt, ohne auswendig gelernt zu klingen.

Logistik

Route gecheckt, Outfit vorbereitet, Unterlagen ausgedruckt. Bei Video-Interviews: Technik getestet, Hintergrund aufgeräumt, Backup-Plan für Internetausfall vorhanden.

Mentale Vorbereitung

Strategien gegen Nervosität entwickelt, positive Visualisierung geübt, Worst-Case-Szenarien durchgespielt und entschärft.

70% der Recruiting Teams berichten laut StepStone von steigenden internen Anforderungen. Die Folge: Entscheidungen müssen schnell fallen. Wer im Gespräch unvorbereitet wirkt, sortiert sich selbst aus.

Vor dem Interview: Die perfekte Vorbereitung

Laut einer Monster-Studie nennen 53% der Studierenden das Vorstellungsgespräch als größten Angstauslöser im Bewerbungsprozess. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 52%. Nervosität vor dem Interview ist also ganz normal. Die Frage ist nicht, ob du nervös bist, sondern wie du damit umgehst.

Bewerbungsgespräch Vorbereitung: Person recherchiert Unternehmen am Laptop mit Notizen
Bewerbungsgespräch Vorbereitung: Person recherchiert Unternehmen am Laptop mit Notizen

Unternehmensrecherche: Was du wirklich wissen musst

Vergiss oberflächliches Wikipedia-Wissen. Recruiter:innen merken sofort, ob du dich ernsthaft mit dem Unternehmen beschäftigt hast. Geh tiefer:

Website durchforsten

Nicht nur die "Über uns"-Seite. Lies den Blog, schau dir Pressemitteilungen an, verstehe die Produktpalette. Welche Probleme löst das Unternehmen für seine Kund:innen?

LinkedIn-Recherche

Wer führt das Interview? Welchen Hintergrund hat die Person? Gibt es gemeinsame Kontakte oder Interessen? Welche Beiträge hat das Unternehmen zuletzt geteilt?

News-Check

Was wurde in den letzten drei Monaten über das Unternehmen berichtet? Neue Produkte, Expansion, Umstrukturierung? Diese Informationen zeigen, dass du am Ball bist.

Glassdoor und Kununu

Wie bewerten Mitarbeiter:innen das Arbeitsklima? Welche Kritikpunkte tauchen auf? Du musst diese nicht ansprechen, aber sie helfen dir, ein realistisches Bild zu bekommen.

Kulturelle Signale

Wie präsentiert sich das Unternehmen? Startup-locker oder Konzern-formell? Duzen oder Siezen? Diese Details beeinflussen, wie du dich im Gespräch gibst.

Stellenanzeige analysieren: Die versteckte Botschaft entschlüsseln

Jede Stellenanzeige enthält Hinweise darauf, welche Fragen kommen werden. Lies zwischen den Zeilen:

Must-haves identifizieren

Welche Anforderungen stehen am Anfang? Diese sind meist die wichtigsten. Bereite für jede ein konkretes Beispiel aus deiner Erfahrung vor.

Nice-to-haves erkennen

Anforderungen mit "idealerweise" oder "von Vorteil" sind Bonuspunkte. Kannst du hier etwas bieten, hebst du dich ab.

Aufgaben verstehen

Was wirst du täglich tun? Welche deiner bisherigen Erfahrungen bereitet dich darauf vor?

Soft Skills dekodieren

"Teamfähig" heißt: Du wirst viel zusammenarbeiten. "Selbstständig" heißt: Du musst Entscheidungen alleine treffen. Bereite Beispiele vor, die diese Fähigkeiten belegen.

Nejo analysiert Stellenanzeigen automatisch und zeigt dir, welche deiner Fähigkeiten perfekt zur Stelle passen. So weißt du genau, welche Beispiele du vorbereiten solltest.

Selbstanalyse: Deine Stärken auf den Punkt bringen

Bevor du ins Gespräch gehst, beantworte dir selbst die folgenden Fragen:

  • Welche drei Erfolge der letzten zwei Jahre machen mich stolz?
  • Was kann ich besser als die meisten Menschen in meinem Bereich?
  • Welche Situationen haben mir gezeigt, dass ich belastbar bin?
  • Wo habe ich aus Fehlern gelernt und mich verbessert?

Schreib die Antworten auf. Nicht in Stichpunkten, sondern als kurze Geschichten mit Situation, Handlung und Ergebnis. Diese Geschichten werden deine Antworten im Interview.

Mentale Vorbereitung: Nervosität als Verbündeten nutzen

Nervosität ist nur Energie. Die Frage: Arbeitet sie für oder gegen dich?

Reframing

"Ich bin nervös" → "Ich bin aufgeregt". Gleiche Körperreaktion, andere Interpretation. Klingt simpel. Funktioniert trotzdem.

Visualisierung

Stell dir vor, wie du entspannt in den Raum gehst, souverän antwortest und mit einem guten Gefühl rausgehst. Sportler:innen nutzen diese Technik seit Jahrzehnten.

Worst-Case-Durchspielen

Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Du bekommst den Job nicht. Und dann? Du hast geübt, Erfahrung gesammelt und bist beim nächsten Mal besser vorbereitet.

Detaillierte Strategien gegen Nervosität im Vorstellungsgespräch findest du in unserem ausführlichen Guide.

Eine umfangreiche Checkliste für deine Vorbereitung findest du außerdem hier.

Der Interview-Ablauf: Was dich in jeder Phase erwartet

Vorstellungsgespräche dauern typischerweise zwischen 30 und 60 Minuten. Diese Zeit ist klar strukturiert. Wenn du die Phasen kennst, weißt du immer, wo du stehst.

Infografik: Die 6 Phasen des Bewerbungsgesprächs mit Zeitangaben - Begrüßung, Selbstvorstellung, Fachfragen, Rückfragen, Gehalt, Verabschiedung
Infografik: Die 6 Phasen des Bewerbungsgesprächs mit Zeitangaben - Begrüßung, Selbstvorstellung, Fachfragen, Rückfragen, Gehalt, Verabschiedung

Phase 1: Begrüßung und Small Talk (5 Minuten)

Die ersten Sekunden zählen. Fester Händedruck, Blickkontakt, freundliches Lächeln. Der Small Talk über die Anreise oder das Wetter dient dem Ankommen. Sei präsent, aber nicht überschwänglich.

Dos: Aufrechte Haltung, offene Mimik, kurze Antworten mit echtem Interesse.

Don'ts: Über Verkehr schimpfen, zu früh in Fachthemen einsteigen, hektisch wirken.

Phase 2: Selbstvorstellung (5-10 Minuten)

"Erzählen Sie etwas über sich" heißt nicht: Lies deinen Lebenslauf vor. Es heißt: Zeig in 2 Minuten, warum du hier sitzt.

Struktur für deine Selbstvorstellung:

  1. Aktueller Stand: Was machst du gerade beruflich?
  2. Relevante Vergangenheit: Welche Erfahrungen haben dich hierher geführt?
  3. Zukunft: Warum passt diese Stelle zu deinen Zielen?

Phase 3: Fachliche und Verhaltensfragen (20-30 Minuten)

Der Hauptteil des Gesprächs. Hier prüfen Recruiter:innen, ob du die Anforderungen erfüllst. Fragen zu deinen Erfahrungen, Stärken, Schwächen und dem Umgang mit Herausforderungen.

Verhaltensfragen beginnen oft mit "Erzählen Sie von einer Situation, in der..." oder "Wie sind Sie damit umgegangen, als...". Hier kommt die STAR-Methode ins Spiel, die wir später im Detail erklären.

Phase 4: Deine Rückfragen (10-15 Minuten)

Keine Fragen zu haben ist ein Warnsignal. Es zeigt mangelndes Interesse. Bereite mindestens fünf Fragen vor, denn einige werden im Gespräch bereits beantwortet.

Gute Rückfragen:

  • Wie sieht ein typischer Arbeitstag in dieser Position aus?
  • Was unterscheidet Mitarbeiter:innen, die in dieser Rolle besonders erfolgreich sind?
  • Welche Herausforderungen kommen in den ersten drei Monaten auf mich zu?
  • Wie wird Erfolg in dieser Position gemessen?

Phase 5: Gehaltsthema und Benefits (5-10 Minuten)

Nicht jedes Erstgespräch kommt hier an. Aber wenn das Thema aufkommt, sei vorbereitet. Kenne deinen Marktwert, nenne eine Spanne statt einer exakten Zahl und sei bereit zu verhandeln.

Phase 6: Nächste Schritte und Verabschiedung (5 Minuten)

Frag aktiv nach dem weiteren Prozess: Wann kannst du mit einer Rückmeldung rechnen? Gibt es weitere Gespräche? Bedanke dich für die Zeit und das Gespräch.

Typische Fragen und wie du sie meisterst

Interview-Situation im modernen Büro, Kandidat:in spricht selbstbewusst mit offenen Handgesten, Recruiter:in hört aufmerksam zu
Interview-Situation im modernen Büro, Kandidat:in spricht selbstbewusst mit offenen Handgesten, Recruiter:in hört aufmerksam zu

Manche Fragen kommen in fast jedem Bewerbungsgespräch vor. Du kannst dich darauf vorbereiten. Aber: Auswendig gelernte Antworten fallen auf. Das Ziel ist, die Struktur zu kennen und sie mit deinen eigenen Erfahrungen zu füllen.

"Erzählen Sie etwas über sich"

Die Eröffnungsfrage. Keine Biografie, kein Lebenslauf-Vorlesen. Relevante Highlights, die zeigen, warum du hier bist.

Beispielantwort:

Ich bin seit vier Jahren im Produktmanagement tätig, aktuell bei [Unternehmen], wo ich ein Team von drei Produktmanager:innen koordiniere. Mein Fokus liegt auf datengetriebener Produktentwicklung. Im letzten Jahr haben wir ein Feature gelauncht, das die Nutzer:innenbindung um 23% gesteigert hat. Was mich an dieser Stelle reizt, ist die Möglichkeit, diese Erfahrung in einem schnell wachsenden Markt einzusetzen.

"Warum sollten wir Sie einstellen?"

Die Value-Proposition-Frage. Was bringst du mit, das andere nicht haben?

Struktur:

  1. Nenne zwei bis drei relevante Stärken oder Erfahrungen
  2. Belege jede mit einem konkreten Beispiel
  3. Verbinde es mit den Anforderungen der Stelle

"Was sind Ihre Stärken?"

Wähle Stärken, die zur Stelle passen. Belege sie mit Beispielen, nicht mit Behauptungen.

❌ "Ich bin teamfähig."

✓ "Ich bringe Teams mit gegensätzlichen Interessen zusammen. Bei Projekt X standen Marketing und Entwicklung sich gegenüber. Ich hab moderiert, bis beide Seiten zufrieden waren."

Mehr dazu in unserem Guide zu Stärken im Bewerbungsgespräch

"Welche Schwächen haben Sie?"

Die gefürchtetste Frage. Eine echte Schwäche nennen, aber zeigen, wie du daran arbeitest.

Beispielantwort:

Ich neige dazu, Aufgaben selbst zu erledigen, statt sie zu delegieren. Das hat in kleineren Teams funktioniert, aber ich habe gemerkt, dass es mich limitiert. Deshalb arbeite ich aktiv daran, Aufgaben früher abzugeben. Bei meinem letzten Projekt habe ich bewusst zwei Teilbereiche an Kolleg:innen übergeben, die fachlich besser geeignet waren. Das Ergebnis war besser als alles, was ich alleine geschafft hätte.

Tiefere Einblicke zur Schwächenfrage im Vorstellungsgespräch findest du in unserem ausführlichen Guide.

"Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?"

Ehrgeiz zeigen, ohne unrealistisch zu wirken. Die Stelle sollte ein logischer Schritt auf deinem Weg sein.

Beispielantwort:

In fünf Jahren möchte ich ein Team leiten und strategische Verantwortung übernehmen. Diese Stelle bietet mir die Möglichkeit, meine fachliche Expertise zu vertiefen und erste Führungserfahrung zu sammeln. Das ist genau der nächste Schritt, den ich suche.

Die STAR-Methode für Verhaltensfragen

Bei Fragen wie "Erzählen Sie von einer Situation, in der..." hilft die STAR-Methode:

  • Situation: Kontext beschreiben
  • Task: Deine Aufgabe oder Rolle
  • Action: Was hast du konkret getan?
  • Result: Was kam dabei heraus?

Beispiel: "Erzählen Sie von einem Konflikt im Team."

Bei einem Produktlaunch (Situation) waren Marketing und Entwicklung uneins über den Zeitplan. Als Projektleiterin (Task) habe ich beide Seiten einzeln angehört, die Kernbedenken identifiziert und einen Workshop moderiert, in dem wir gemeinsam Prioritäten gesetzt haben (Action). Wir haben den Launch um zwei Wochen verschoben, aber dafür ein stabileres Produkt geliefert. Das Marketing-Team hatte genug Zeit für die Kampagne, und die Entwickler:innen fühlten sich gehört (Result).

Details zur STAR-Methode für Bewerbungsfragen findest du in unserem ausführlichen Guide.

Gehaltsverhandlung: Der richtige Moment

Laut einer Business Insider Studie nennen 97% der Personaler:innen zu hohe Gehaltsvorstellungen als einen der häufigsten Absagegründe. Heißt das, du sollst dich unter Wert verkaufen? Nein. Heißt: Kenn deinen Marktwert. Dann kannst du fordern, was realistisch ist.

Eine interessante Studie im Manager Magazin zeigt: 54% der Frauen und 44% der Männer verhandeln über ihr erstes Gehaltsangebot. Verhandeln lohnt sich, wenn du es richtig angehst.

Tipps für die Gehaltsverhandlung:

  • Recherchiere Gehaltsspannen auf Glassdoor, Kununu und Gehaltsvergleichsportalen
  • Nenne eine Spanne, nicht eine exakte Zahl
  • Begründe deine Vorstellung mit deinen Qualifikationen und dem Marktwert
  • Sei bereit, über Benefits zu sprechen, wenn das Grundgehalt nicht verhandelbar ist

Mehr dazu in unserem Guide zur Gehaltsverhandlung im Bewerbungsgespräch

Eine vollständige Sammlung mit über 50 typischen Bewerbungsfragen und Musterantworten findest du außerdem in unserem ausführlichen Guide.

Online und Video-Interviews erfolgreich meistern

Video-Interviews sind 2026 Standard. Ob erstes Screening oder komplettes Bewerbungsverfahren: Du musst wissen, wie du dich vor der Kamera präsentierst.

Laut einer Bitkom-Umfrage setzen bisher nur 4% der deutschen Unternehmen KI-Chatbots im Bewerbungsprozess ein. Aber Video-Interviews über Zoom, Teams oder Google Meet? Das ist in vielen Branchen mittlerweile Alltag.

Professionelles Home-Office Video-Interview Setup: Laptop auf Augenhöhe, Ringlicht, neutraler Hintergrund, Person mit guter Haltung vor der Kamera
Professionelles Home-Office Video-Interview Setup: Laptop auf Augenhöhe, Ringlicht, neutraler Hintergrund, Person mit guter Haltung vor der Kamera

Technisches Setup: Die Basis muss stimmen

Kamera. Auf Augenhöhe positionieren. Laptop auf Bücherstapel, wenn nötig. Von oben herab oder von unten hinauf wirkt seltsam.

Licht. Natürliches Licht von vorn ist ideal. Fenster im Rücken macht dich zur Silhouette. Notfalls: Schreibtischlampe neben dem Bildschirm aufstellen.

Hintergrund. Aufgeräumt und neutral. Eine leere Wand ist besser als ein virtueller Strand-Hintergrund, der bei jeder Bewegung glitcht.

Ton. Headset mit Mikrofon schlägt eingebautes Laptop-Mikrofon. Teste vorher, ob du klar und ohne Echo zu hören bist.

Internet. Kabelverbindung ist stabiler als WLAN. Schließe alle anderen Programme und Browser-Tabs.

30 Minuten vor dem Gespräch

  • Software starten und testen
  • Kamera und Mikrofon prüfen
  • Handy stumm schalten
  • Mitbewohner:innen informieren
  • Glas Wasser bereitstellen
  • Unterlagen griffbereit legen

Virtuelle Körpersprache

Vor der Kamera gelten andere Regeln als im Raum: Blickkontakt In die Kamera schauen, nicht auf den Bildschirm. Das fühlt sich unnatürlich an, wirkt aber wie direkter Blickkontakt. Gesten Dezenter einsetzen. Große Handbewegungen wirken vor der Kamera übertrieben. Nicken Zeigt, dass du zuhörst. Wichtiger als in Person, weil andere Signale fehlen. Outfit Komplett anziehen, nicht nur oben herum. Falls du aufstehen musst, möchtest du nicht in Jogginghose erwischt werden.

Umgang mit technischen Problemen

Technische Probleme gehören tatsächlich zum Alltag. Der Unterschied liegt im Umgang damit. Vorher: Handynummer austauschen für Notfälle. Fragen, ob es eine Einwahlnummer gibt. Während: Ruhig bleiben, Problem kurz benennen ("Ich glaube, mein Bild hängt gerade"), Lösung vorschlagen ("Soll ich kurz die Kamera aus- und wieder einschalten?"). Falls nichts hilft: Telefonisch fortsetzen. Die meisten Recruiter:innen haben Verständnis. Wie du mit dem Problem umgehst, sagt mehr über dich aus als das Problem selbst.

Ausführliche Tipps findest du in unserer Video-Interview Masterclass

Branchenspezifische Interview-Tipps

Nicht jedes Interview läuft gleich ab. Je nach Branche erwarten dich unterschiedliche Formate und Schwerpunkte. Laut StepStone planen 77% der Unternehmen, 2026 kompetenzbasiertes Recruiting zu priorisieren. 87% der Recruiter:innen berichten, dass es eine Herausforderung ist, Kandidat:innen mit den richtigen Fähigkeiten zu finden.

Heißt: Deine Skills stehen im Mittelpunkt, nicht nur dein Lebenslauf.

Tech-Branche: Coding und System Design

In Tech-Interviews erwarten dich oft mehrere Runden:

  • Coding Challenge: Live am Whiteboard oder Screen-Sharing. Erkläre dein Vorgehen laut.
  • System Design: Wie würdest du [System X] aufbauen? Zeige strukturiertes Denken.
  • Behavioral: Auch Tech-Unternehmen prüfen Soft Skills. STAR-Methode ist dein Freund.

Tipp: Übung auf Plattformen wie LeetCode oder HackerRank. Aber wichtiger als die perfekte Lösung ist dein Denkprozess.

Consulting und Finance: Case Studies

Hier wirst du mit Geschäftsproblemen konfrontiert und sollst sie strukturiert lösen.

  • Framework nutzen: MECE, Porter's Five Forces, 4P. Zeige, dass du systematisch denkst.
  • Fragen stellen: Gute Consultants sammeln erst Informationen, bevor sie Lösungen präsentieren.
  • Rechnen können: Kopfrechnen für Überschläge wird erwartet.

Kreativbranche: Portfolio-Präsentation

  • Kuratieren: Nicht alles zeigen, sondern die besten Arbeiten. Qualität vor Quantität.
  • Kontext liefern: Briefing, deine Rolle, Ergebnis. Zahlen, wenn möglich.
  • Prozess erklären: Wie bist du von der Idee zum Endprodukt gekommen?

Healthcare: Klinische Szenarien

  • Patientenfälle: Wie gehst du mit Situation X um?
  • Ethische Fragen: Abwägen von Werten und Prioritäten.
  • Stressresistenz: Wie bleibst du unter Druck ruhig?

Handel und Service: Rollenspiele

  • Kundensituationen: Beschwerden, Beratung, Verkauf.
  • Konfliktmanagement: Wie deeskalierst du?
  • Serviceorientierung: Kund:innen-First-Mentalität zeigen.

Mit Nejo siehst du auf einen Blick, welche deiner Fähigkeiten perfekt zur Stelle passen. Das Skills-Matching zeigt dir, worauf du dich in der Vorbereitung konzentrieren solltest.

Tipps für dein Bewerbungsgespräch auf Englisch findest du in unserem separaten Guide.

Körpersprache, Outfit und Auftreten

"Viel Kommunikation im Bewerbungsgespräch läuft auch über Gestik und Mimik."

Simona Hübl

Co-Founder Nejo

Person zeigt positive Körpersprache im Interview: aufrechte Haltung, angemessene Handgesten, Blickkontakt, selbstbewusste Sitzposition
Person zeigt positive Körpersprache im Interview: aufrechte Haltung, angemessene Handgesten, Blickkontakt, selbstbewusste Sitzposition

Der erste Eindruck: 0,1 Sekunden

Studien der Princeton University, berichtet von Deutschlandfunk Nova zeigen: Menschen beurteilen nach 0,1 Sekunden basierend auf Kleidung die Kompetenz anderer. Unfair? Absolut. Trotzdem Realität? Leider ja.

Das heißt nicht, dass du den teuersten Anzug brauchst. Es heißt, dass deine Kleidung zur Rolle und zum Unternehmen passen sollte.

Körpersprache: Die Basics

Händedruck. Fest, aber nicht quetschend. Zwei bis drei Sekunden, mit Blickkontakt.

Haltung. Aufrecht sitzen, Schultern zurück, nicht zusammengesunken. Nimmt Raum ein, ohne zu dominieren.

Hände. Auf dem Tisch oder im Schoß, nicht vor der Brust verschränkt. Gesten zur Unterstützung des Gesagten sind okay.

Blickkontakt. Halten, aber nicht starren. 60-70% der Zeit in die Augen schauen, Rest auf Mund und Stirn.

Mimik. Lächeln, wenn angebracht. Nicken beim Zuhören. Interesse zeigen.

Was du vermeiden solltest

  • Arme verschränken (wirkt abweisend)
  • Auf dem Stuhl herumrutschen (wirkt nervös)
  • Gegenstände anfassen (Kugelschreiber klicken, Haare zwirbeln)
  • Blick ausweichen (wirkt unsicher oder unehrlich)
  • Zu viel nicken (wirkt devot)

Dresscode 2026: Branche und Region beachten

Frankfurt (Finance). Konservativ. Anzug, gedeckte Farben.

Berlin (Startup). Casual bis Smart Casual. Jeans können okay sein, wenn der Look durchdacht ist.

München (Corporate). Traditioneller als Berlin, aber weniger steif als Frankfurt. Business Casual als Safe Bet.

Grundregel: Lieber leicht overdressed als underdressed. Zweifel? Frag bei der Terminbestätigung nach dem Dresscode.

Detaillierte Outfit-Tipps für jede Branche findest du in unserem Bewerbungsgespräch Outfit Guide 2026.

Nach dem Interview: Follow-up und nächste Schritte

Das Gespräch ist vorbei, aber der Prozess nicht. Was du in den nächsten Tagen tust, kann den Unterschied machen.

Die Dankes-Mail: Unterschätzt und unterschätzt

"57% der Bewerber:innen senden keine Follow-up-Mail nach dem Bewerbungsgespräch. Dabei freuen sich 91% der Personaler:innen darüber."

Simona Hübl

Co-Founder Nejo

Laut arbeits-abc.de senden 57% der Bewerber:innen keine Follow-up-Mail nach dem Bewerbungsgespräch. Dabei freuen sich 91% der Personaler:innen darüber. Eine einfache Möglichkeit, sich positiv abzuheben. Die meisten nutzen sie nicht.

Timing: Innerhalb von 24 Stunden.

Inhalt:

  • Danke für die Zeit und das Gespräch
  • Ein konkretes Detail aus dem Gespräch aufgreifen ("Besonders interessant fand ich...")
  • Interesse an der Stelle bekräftigen
  • Angebot, weitere Informationen zu liefern

Länge: Maximal fünf bis sechs Sätze. Kurz und prägnant.

Wenn du nichts hörst

Laut Statista erwarten 54% der Bewerber:innen eine Rückmeldung innerhalb von ein bis zwei Wochen. Wenn dieser Zeitraum verstreicht, darfst du nachhaken.

Wann nachfragen: Nach der im Gespräch genannten Frist plus zwei bis drei Werktage.

Wie nachfragen: Freundlich, nicht fordernd. Du fragst nach dem Stand, nicht nach einer Zusage.

Beispiel:

"Ich hoffe, Sie hatten eine gute Woche. Ich wollte mich kurz nach dem Stand des Bewerbungsprozesses erkundigen. Ich bin weiterhin sehr an der Position interessiert und stehe für weitere Fragen gerne zur Verfügung."

Absagen professionell nehmen

Eine Absage ist kein Weltuntergang, sondern Feedback, das du nutzen kannst.

Feedback anfragen: "Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Darf ich fragen, was ich in zukünftigen Bewerbungen verbessern könnte?"

Tür offen halten: "Ich würde mich freuen, für zukünftige Positionen in Betracht gezogen zu werden."

Lernen und weitermachen: Jedes Interview ist Übung. Du wirst besser.

Nejo's Interview-Tracking-Dashboard hilft dir, den Überblick über alle Gespräche zu behalten und erinnert dich automatisch an Follow-up-Termine.

Die 10 häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest

97% der Absagen lassen sich auf nicht erfüllte Stellenkriterien oder zu hohe Gehaltsvorstellungen zurückführen. Aber auch vermeidbare Fehler spielen eine Rolle.

1. Null Vorbereitung

Du weißt nicht, was das Unternehmen macht? Dann wissen sie nicht, warum sie dich brauchen. Gespräch vorbei.

2. Zu spät kommen

Bei persönlichen Terminen: 10-15 Minuten vorher da sein. Bei Video-Calls: 5 Minuten vorher einwählen und Technik checken.

3. Keine Antworten parat

"Ähm" und "Das ist eine gute Frage" kauft dir Zeit, aber nicht mehr als einmal pro Gespräch.

4. Über Ex-Arbeitgeber:innen lästern

Auch wenn es berechtigt wäre: Tu es nicht. Es wirft kein gutes Licht auf dich.

5. Keine eigenen Fragen

Zeigt mangelndes Interesse. Bereite mindestens fünf vor.

6. Unrealistische Gehaltsvorstellungen

Recherchiere den Marktwert. Eine zu hohe Forderung disqualifiziert dich sofort.

7. Schlechte Körpersprache

Verschränkte Arme, ausweichender Blick, nervöses Wippen. Übe vor dem Spiegel oder nimm dich auf.

8. Monologe halten

Keiner will einen Vortrag. Strukturiere deine Antworten, aber klinge natürlich.

9. Kein Follow-up

57% machen diesen Fehler. Gehöre zu den 43%, die es besser machen.

10. Eine Rolle spielen

Recruiter:innen merken, wenn du nicht authentisch bist. Sei die beste Version von dir selbst, nicht eine Kopie von jemand anderem.

Kostenlose Checkliste: Bewerbungsgespräch Vorbereitung

Damit du im Vorstellungsgespräch nichts vergisst: Unsere Checkliste führt dich durch alle Phasen der Vorbereitung – von der Unternehmensrecherche bis zum Follow-up danach. Auf zwei Seiten, mit Platz für deine eigenen Notizen.

Bewerbungsgespräch Vorbereitung Checkliste als PDF – zweiseitige Übersicht mit allen Vorbereitungsschritten und Platz für persönliche Notizen

Bewerbungsgespräch Vorbereitung Checkliste

Download →

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Dein Erfolg beginnt mit der richtigen Vorbereitung

Bewerbungsgespräche sind keine Prüfungen mit einer richtigen Antwort. Es sind Gespräche. Beide Seiten checken, ob es passt. Du interviewst sie genauso wie sie dich.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Vorbereitung reduziert Nervosität. Wer weiß, was kommt, reagiert souveräner.
  • Übung macht den Unterschied. Sprich deine Antworten laut, hol dir Feedback, verbessere dich.
  • Follow-up lohnt sich. 91% der Personaler:innen freuen sich über eine Dankes-Mail. 57% der Bewerber:innen senden keine.
  • Jedes Interview ist Lernen. Auch Absagen bringen dich weiter, wenn du reflektierst.

Unsere 10 goldenen Regeln fürs Bewerbungsgespräch fassen die wichtigsten Tipps kompakt zusammen.

Nejo unterstützt dich bei jedem Schritt: KI-gestützte Analyse von Stellenanzeigen zeigt dir, welche Fragen wahrscheinlich kommen. Skills-Matching hilft dir, die richtigen Beispiele vorzubereiten. Und das Interview-Tracking sorgt dafür, dass kein Follow-up vergessen wird.

Du hast alles, was du für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch brauchst. Jetzt liegt es an dir, es zu nutzen.

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