Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen – Glückwunsch! Jetzt beginnt der Teil, der über Zusage oder Absage entscheidet.
Laut einer Serendi-Erhebung sehen 44% der Bewerber:innen das Gespräch als wichtigsten Faktor für ihre Jobentscheidung – direkt nach dem Gehalt.
- 97% der Absagen passieren wegen nicht erfüllter Kriterien oder unrealistischer Gehaltsvorstellungen – beides vermeidbar durch Vorbereitung
- Der erste Eindruck entsteht in 7 Sekunden
- Körpersprache und Stimme werden von vielen Kandidat:innen unterschätzt
- Weniger als 10 Kandidat:innen werden eingeladen – du bist schon in einer kleinen Gruppe
- Diese Checkliste führt dich durch alles: 1 Woche vorher bis zur Dankes-E-Mail danach

"Vorbereitung ist kein Talent, sondern ein System."
Simona Hübl
Co-Founder Nejo
Vorbereitung ist kein Talent, sondern ein System. Diese Checkliste führt dich Schritt für Schritt durch alles – vor, während und nach dem Interview.
Warum Vorbereitung entscheidend ist
Wie viele Bewerber:innen bereiten sich wirklich gründlich vor? Zu wenige. Das ist deine Chance.
Arbeitgeber führen im Schnitt 2-3 Vorstellungsgespräche pro Einstellung und laden weniger als 10 Kandidat:innen überhaupt erst ein. Du bist also schon in einer kleinen Gruppe.
Die Personio/Bitkom-Studie zeigt: 97% der Absagen passieren aus zwei Gründen – Bewerber:innen erfüllen die Kriterien nicht oder haben unrealistische Gehaltsvorstellungen. Beide Punkte lassen sich durch Vorbereitung vermeiden.
Wer die Anforderungen der Stelle wirklich versteht und seine eigenen Skills darauf abstimmt, hat einen klaren Vorteil.

Checkliste: 1 Woche vor dem Gespräch
In der Woche vor dem Interview legst du das Fundament. Hier passiert die eigentliche Arbeit – am Tag selbst sollst du nur noch abrufen, was du vorbereitet hast.
Recherche & Analyse
- Stellenanzeige nochmal lesen – Markiere die wichtigsten Anforderungen und Schlüsselwörter
- Unternehmen recherchieren – Website, LinkedIn, aktuelle News, Werte, Produkte/Dienstleistungen
- Gesprächspartner:innen googeln – LinkedIn-Profile checken, Rolle im Unternehmen verstehen
- Branche verstehen – Aktuelle Trends, Herausforderungen, Wettbewerber
Selbst-Vorbereitung
- Skills mit Anforderungen abgleichen – Wo passt du perfekt? Wo gibt es Lücken?
- STAR-Beispiele vorbereiten – 2-3 konkrete Situationen für Verhaltensfragen (Situation, Task, Action, Result)
- Antworten auf typische Fragen üben – Nicht auswendig lernen, aber Struktur verinnerlichen
- Eigene Rückfragen formulieren – Mindestens 3-5 intelligente Fragen an den Arbeitgeber
Praktisches
- Gehaltsvorstellungen recherchieren – Branchenübliche Range kennen, eigene Schmerzgrenze festlegen
- Outfit wählen – Branchengerecht, sauber, gebügelt, bequem
Welches Outfit zu welcher Branche passt – mit Dresscode-Guide und Farbtipps.
- Anfahrt planen – Route checken, Puffer einplanen, Parkplatz oder Öffi-Verbindung klären
- Bei Video-Interview: Technik testen – Kamera, Mikrofon, Internetverbindung, Software installieren
Wenn du unsicher bist, welche deiner Skills für die Stelle relevant sind – Nejo's Skills-Matching zeigt dir auf einen Blick, was Arbeitgeber suchen und wo deine Stärken liegen.
Checkliste: 1 Tag vor dem Gespräch
Der Tag davor ist für Feinschliff und Entspannung. Keine neuen Informationen mehr reinpressen – dein Gehirn braucht Zeit zum Verarbeiten.
Unterlagen & Material
- Unterlagen zusammenstellen – Lebenslauf, Zeugnisse, Zertifikate, eventuell Portfolio
- Alles ausdrucken – 2-3 Kopien, auch wenn es digital vorliegt
- Tasche packen – Unterlagen, Stift, Notizblock, Wasserflasche, Taschentücher
- Kontaktdaten speichern – Name und Telefonnummer der Ansprechperson im Handy
Outfit & Logistik
- Outfit komplett bereitlegen – Inklusive Schuhe, Gürtel, Accessoires
- Kleidung auf Flecken/Falten prüfen – Notfalls noch schnell waschen oder bügeln
- Route nochmal checken – Gibt es Baustellen, Streiks, Veranstaltungen?
- Wecker stellen – Mit genug Puffer für deine Morgenroutine
Mental
- Antworten kurz durchgehen – Nicht mehr intensiv üben, nur auffrischen
- Positive Visualisierung – Stell dir vor, wie das Gespräch gut läuft
- Früh schlafen gehen – Müdigkeit ist der Feind von Schlagfertigkeit
Bei Video-Interview zusätzlich
- Hintergrund aufräumen – Neutral, professionell, aufgeräumt
- Beleuchtung testen – Licht von vorne, nicht von hinten
- Backup-Plan überlegen – Was tun bei technischen Problemen?
Checkliste: Am Tag des Gesprächs
"Der erste Eindruck entsteht in nur 7 Sekunden. Und 70% dieses Eindrucks werden in den ersten 90 Sekunden zementiert."
Simona Hübl
Co-Founder Nejo
Heute zählt's.
Die Volz Personalberatung fasst zusammen, was Studien belegen: Der erste Eindruck entsteht in nur 7 Sekunden. 70% dieses Eindrucks werden in den ersten 90 Sekunden zementiert. 33% der Recruiter:innen treffen ihre Grundentscheidung bereits in dieser kurzen Zeit.
Morgenroutine
- Ausreichend frühstücken – Nicht zu schwer, aber sättigend. Kein Kaffee-Overkill
- Outfit anziehen und im Spiegel checken – Sitzt alles?
- Zähne putzen, frischer Atem – Kaugummi für unterwegs, aber vor dem Gespräch entsorgen
- Unterlagen nochmal auf Vollständigkeit prüfen
- Handy auf lautlos stellen – Nicht nur Vibration, komplett stumm
Kurz vor dem Gespräch
- 10-15 Minuten früher ankommen – Nicht 30 Minuten, das wirkt unsicher
- Tiefe Atemzüge – 4 Sekunden ein, 4 Sekunden aus. Beruhigt das Nervensystem
- Power Pose – 2 Minuten aufrechte Haltung hebt nachweislich das Selbstbewusstsein
- Positive Selbstgespräche – "Ich bin vorbereitet. Ich kann das."
- Handy aus der Hand – Nicht scrollen, präsent sein
Bei Video-Interview
- 30 Minuten vorher Technik starten – Updates können dazwischenfunken
- Meeting-Link öffnen und Bild/Ton testen
- Wasser bereitstellen – Außerhalb des Kamerabilds
- Benachrichtigungen ausschalten – Auf Computer und Handy
Checkliste: Während des Gesprächs
Die Mehrabian-Studie zeigt: Körpersprache macht 55% der Wirkung aus, Stimme 38%, der tatsächliche Inhalt nur 7%. Das heißt nicht, dass Inhalt egal ist. Aber wie du etwas sagst, zählt mindestens genauso viel.

Einstieg
- Fester Händedruck – Mit Blickkontakt, nicht zu lang (2-3 Sekunden)
- Lächeln – Echt, nicht aufgesetzt. Entspannt die Atmosphäre
- Auf angebotenen Platz warten – Oder fragen: "Wo darf ich Platz nehmen?"
Körpersprache
- Aufrechte Haltung – Schultern zurück, Kinn leicht angehoben
- Offene Gesten – Keine verschränkten Arme, Hände sichtbar
- Blickkontakt halten – 60-70% der Zeit, nicht starren
- Nicken beim Zuhören – Zeigt aktives Interesse
- Nicht zappeln – Kein Kugelschreiber-Klicken, kein Wippen
Kommunikation
- Aktiv zuhören – Fragen wiederholen oder paraphrasieren
- Kurz nachdenken vor dem Antworten – Zeigt Überlegung, keine Unsicherheit
- Strukturiert antworten – Punkt machen, nicht abschweifen
- Bei Verhaltensfragen: STAR-Methode – Situation, Task, Action, Result
- Konkrete Beispiele nennen – Keine abstrakten Behauptungen
Die STAR-Methode Schritt für Schritt erklärt – mit 5 Beispiel-Antworten zum Üben.
Deine Rückfragen
- Mindestens 2-3 Fragen stellen – Zeigt echtes Interesse
- Intelligente Fragen – Zur Rolle, zum Team, zur Unternehmenskultur
- Keine Fragen zu Urlaub oder Homeoffice – Zumindest nicht als Erstes
- Frage zu nächsten Schritten – "Wie sieht der weitere Prozess aus?"
Abschluss
- Bedanken – Für die Zeit und das Gespräch
- Interesse bestätigen – "Die Position interessiert mich sehr"
- Verabschiedung mit Händedruck – Wieder mit Blickkontakt
Checkliste: Video-Interview Besonderheiten
Video-Interviews sind heute Standard. Sie haben eigene Regeln – wer sie kennt, hat einen Vorteil.
Technik
- Stabile Internetverbindung – LAN-Kabel ist besser als WLAN
- Kamera auf Augenhöhe – Laptop eventuell auf Bücher stellen
- Gutes Mikrofon – Headset liefert oft besseren Ton als Laptop-Mikro
- Beleuchtung von vorne – Fenster oder Lampe vor dir, nicht hinter dir
- Neutraler Hintergrund – Aufgeräumtes Bücherregal oder neutrale Wand
Verhalten vor der Kamera
- In die Kamera schauen – Nicht auf den Bildschirm, das wirkt als würdest du wegschauen
- Oberkörper im Bild – Nicht nur der Kopf, nicht der ganze Körper
- Langsamer sprechen – Latenz kann Worte verschlucken
- Pausen aushalten – Verzögerungen sind normal, nicht nervös werden
- Ganzes Outfit tragen – Ja, auch die Hose. Man weiß nie, ob man aufstehen muss
Backup-Plan
- Telefonnummer der Ansprechperson griffbereit – Falls die Verbindung abbricht
- Alternative Plattform kennen – Manche wechseln spontan von Zoom zu Teams
- Ruhe bewahren bei Problemen – Technische Schwierigkeiten sind menschlich
Checkliste: Nach dem Gespräch
Das Gespräch ist vorbei – aber der Prozess noch nicht. Was du jetzt tust, kann den Unterschied machen.
Sofort danach
- Notizen machen – Was lief gut? Was hättest du besser machen können?
- Namen notieren – Aller Gesprächspartner:innen, falls du sie vergessen könntest
- Bauchgefühl festhalten – Wie war die Atmosphäre? Willst du den Job noch?
Innerhalb von 24 Stunden
- Dankes-E-Mail schreiben – Kurz, persönlich, professionell
- Ein Highlight erwähnen – Etwas Konkretes aus dem Gespräch
- Interesse bestätigen – Ohne verzweifelt zu wirken
Beispiel Dankes-E-Mail:
Dankes-E-Mail Vorlage
Liebe/r Herr/Frau [Name],
vielen Dank für das angenehme Gespräch heute. Besonders spannend fand ich [konkretes Thema aus dem Interview]. Die Position als [Jobtitel] interessiert mich sehr, und ich freue mich auf die nächsten Schritte.
Beste Grüße,
[Dein Name]
In der Woche danach
- Geduld haben – Die meisten Unternehmen brauchen 1-2 Wochen für eine Entscheidung
- Nach 5-7 Werktagen nachfragen – Falls du nichts gehört hast
- Freundlich und kurz – "Ich wollte mich nach dem Stand meiner Bewerbung erkundigen"
Bei einer Absage
- Professionell bleiben – Auch wenn es wehtut
- Um Feedback bitten – "Gibt es etwas, das ich bei zukünftigen Bewerbungen verbessern kann?"
- Learnings dokumentieren – Für das nächste Interview
Was gehört zur Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch?
Eine vollständige Vorbereitung umfasst sechs Bereiche:
- Unternehmensrecherche – Website, Social Media, aktuelle News, Unternehmenskultur
- Stellenanalyse – Anforderungen verstehen, Keywords identifizieren, eigene Skills zuordnen
- Fragenvorbereitung – Typische Fragen üben, STAR-Beispiele parat haben, Rückfragen formulieren
- Logistik – Anfahrt planen, Outfit wählen, Unterlagen zusammenstellen
- Technik (bei Video) – Kamera, Mikrofon, Internet, Hintergrund, Beleuchtung
- Mentale Vorbereitung – Nervosität managen, positive Einstellung, ausreichend Schlaf
Die meisten Bewerber:innen konzentrieren sich nur auf Punkt 3. Du nicht.
Häufige Fehler bei der Vorbereitung vermeiden
Diese Fehler passieren immer wieder:
Zu wenig Unternehmensrecherche – "Was wissen Sie über uns?" ist eine Standardfrage. Wer hier nur die Startseite kennt, fällt durch.
Antworten auswendig lernen – Klingt roboterhaft und bricht zusammen bei Nachfragen. Besser: Kernpunkte verinnerlichen, flexibel formulieren.
Keine eigenen Rückfragen – Signalisiert Desinteresse. Immer mindestens 2-3 Fragen vorbereiten.
Outfit am Morgen erst wählen – Stresst unnötig. Am Tag davor komplett bereitlegen.
Zu knapp kalkulieren – Zu spät kommen ist ein Ausschlusskriterium. Lieber 30 Minuten zu früh losfahren und in der Nähe warten.
Kein Backup-Plan für Video – Technik versagt gerne im falschen Moment. Telefonnummer griffbereit haben.
Zu viel Kaffee – Macht nervös und zittrig. Besser: Ein Glas Wasser.
Deine Checkliste zum Mitnehmen
Alle Checklisten aus diesem Artikel auf einer Seite – von der Recherche eine Woche vorher bis zur Dankes-E-Mail danach. Ausdrucken, abhaken, nichts vergessen.
Du hast jetzt alles, was du brauchst. Von der Recherche eine Woche vorher bis zur Dankes-E-Mail danach. Drucke dir die Checkliste aus oder speichere sie – und geh sie vor deinem nächsten Gespräch Punkt für Punkt durch.
"Vorbereitung schlägt Talent, wenn Talent unvorbereitet ist."
Simona Hübl
Co-Founder Nejo
Und wenn du noch auf der Suche nach dem richtigen Job bist: Nejo durchsucht das Web rund um die Uhr und zeigt dir passende Stellen basierend auf deinen Skills – nicht auf Keywords. So weißt du schon vor dem Interview, warum du die richtige Person für die Position bist.
Viel Erfolg bei deinem nächsten Bewerbungsgespräch!
Weiterführend: Der komplette Bewerbungsgespräch-Guide – von Vorbereitung über typische Fragen bis zur Gehaltsverhandlung.
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