Wer sich bei internationalen Unternehmen bewirbt oder einen Job im Ausland sucht, braucht eine englische Bewerbung.
Merken:
- KEIN FOTO in englischen Bewerbungen – kann zur Absage führen
- Keine persönlichen Daten: Alter, Familienstand, Nationalität weglassen
- CV (UK/Europa) vs. Resume (USA) – verschiedene Standards
- Fokus auf Achievements mit Zahlen, nicht nur Aufgaben
- References wichtiger als in Deutschland
Der Haken: Übersetzen alleine reicht nicht.
Englische Bewerbungen folgen anderen Regeln: Kein Foto, kein Alter, andere Struktur, anderer Ton, andere Erwartungen.
Dieser Guide zeigt dir, wie du eine Bewerbung auf Englisch schreibst, die professionell wirkt – egal ob für UK, USA oder ein internationales Unternehmen in Deutschland.
Wann auf Englisch?

Definitiv Englisch wenn:
- Die Stellenanzeige auf Englisch ist
- Du dich bei einem internationalen Unternehmen bewirbst
- Die Stelle im englischsprachigen Ausland ist
- Es explizit verlangt wird
- Im Zweifel: Anzeige auf Englisch = Bewerbung auf Englisch. Das zeigt Sprachkompetenz.
Deutsche vs. englische Bewerbung – die wichtigsten Unterschiede

Was in Deutschland normal ist, kann im Ausland irritieren oder sogar zur Absage führen.
- Foto: In Deutschland üblich – in UK/USA ein No-Go.
- Geburtsdatum, Familienstand, Nationalität: In Deutschland Standard – in UK/USA weglassen.
- Unterschrift: In Deutschland ja – in UK/USA nein.
- Zeugnisse: In Deutschland immer dabei – in UK/USA nur auf Anfrage.
- Länge CV: In Deutschland 2+ Seiten okay – in UK/USA maximal 1–2 Seiten.
- Fokus: In Deutschland Vollständigkeit – in UK/USA Achievements.
Der Grund: Antidiskriminierungsgesetze sind in UK und USA strenger. Alles, was zu Diskriminierung führen könnte – Alter, Aussehen, Herkunft – wird weggelassen. Ein Bewerbungsfoto brauchst du also nicht. Im Gegenteil: Raus damit.
Alles zu Bewerbungsfotos für deutsche Bewerbungen findest du in unserem Guide.
CV vs. Resume – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft verwechselt.
CV (Curriculum Vitae)
- Standard in UK und Europa
- Etwas ausführlicher
- Reverse-chronologisch (neuestes zuerst)
- Kann länger sein
- Für akademische Positionen manchmal sehr lang
Resume
- US-amerikanischer Standard
- Maximal 1–2 Seiten
- Sehr knapp, nur Highlights
- Starker Fokus auf Achievements
- Für jede Stelle angepasst
Faustregel: Europa = CV. USA = Resume.
Der englische CV – so baust du ihn auf

1. Personal Details
Name, Adresse, Telefon, E-Mail, LinkedIn (optional, aber empfohlen).
NICHT: Photo, date of birth, marital status, nationality, religion.

2. Professional Summary / Objective
2–3 Sätze. Wer bist du, was suchst du.
Experienced marketing professional with 5+ years in digital campaigns. Seeking to leverage data-driven strategies to drive growth at [Company].
3. Work Experience
Neuester Job zuerst. Fokus auf Achievements mit Zahlen:
Increased sales by 25% within 12 months through implementation of new CRM system.
Nicht: "Was responsible for sales."
4. Education
Abschlüsse, Unis, relevante Kurse. Bei viel Berufserfahrung: kurz halten.
5. Skills
- Languages (mit Niveau: fluent, intermediate, basic)
- Software/Technical skills
- Soft skills (sparsam)
6. References
2–3 Kontakte mit Namen, Position, E-Mail. Oder: "Available on request."
"Fokus auf Achievements mit Zahlen – nicht nur Aufgaben auflisten."
Simona Hübl
Co-Founder Nejo
Der Cover Letter – das englische Anschreiben

Weniger formal als das deutsche Anschreiben, aber trotzdem professionell.
Aufbau
- Header. Deine Kontaktdaten, Datum (ohne Ort), Empfänger-Adresse.
- Anrede. "Dear Mr. Smith" / "Dear Ms. Johnson". Unbekannt? "Dear Hiring Manager" – nicht "Dear Sir or Madam".
- Erster Absatz. Warum diese Stelle? Warum dieses Unternehmen?
- Zweiter Absatz. Qualifikation, Erfahrung, Achievements. Was bringst du mit?
- Dritter Absatz. Warum passt ihr zusammen? Was macht dich einzigartig?
- Schluss. "I would welcome the opportunity to discuss how I can contribute to [Company]."
- Gruß. "Sincerely" (formell) oder "Best regards" (etwas lockerer).
Unterschiede zum deutschen Anschreiben
- Weniger formal im Ton
- Stärker auf Achievements fokussiert
- Keine Gehaltsvorstellung (außer gefordert)
- Kein "Mit freundlichen Grüßen"
British vs. American English

Wenn du weißt, ob UK oder US, passe an:
- organisation (UK) → organization (US)
- colour (UK) → color (US)
- analyse (UK) → analyze (US)
- CV (UK) → Resume (US)
- mobile (UK) → cell phone (US)
- postcode (UK) → zip code (US)
Wichtiger als die perfekte Variante: Konsistent bleiben. Nicht mischen.
References – nicht vergessen
Im englischsprachigen Raum sind References wichtiger als in Deutschland .
Was sind References? Professionelle Kontakte, die für dich bürgen können. Ehemalige Vorgesetzte, Kollegen, Professoren.
Im CV: Entweder direkt auflisten:
John Smith, Marketing Director, ABC Company, john.smith@abc.com
Oder: "References available on request"
Wichtig: Frag deine Referenzen VORHER. Niemand mag Überraschungsanrufe.
Die häufigsten Fehler

- Foto beifügen. Absolutes No-Go in UK/USA. Kann sofort zur Absage führen.
- Persönliche Daten angeben. Alter, Familienstand, Nationalität – alles raus.
- Wort für Wort übersetzen. "Mit freundlichen Grüßen" ist nicht "With friendly greetings."
- Deutsche Zeugnisse ohne Erklärung. Ausländische Arbeitgeber kennen deutsche Noten nicht. Erklär: "Grade 1.5 (equivalent to A)".
- Zu lange Texte. Englische Bewerbungen sind knapper. Komm auf den Punkt.
- British und American English mischen. Entscheide dich. Bleib dabei.
Nützliche Phrasen

Einleitung
- "I am writing to apply for the position of..."
- "I was excited to see the opening for..."
- "Your posting for [Position] immediately caught my attention."
Erfahrung
- "I have X years of experience in..."
- "In my current role, I am responsible for..."
- "I have a proven track record of..."
Achievements
- "I successfully implemented..."
- "I increased [metric] by X%..."
- "I led a team of X people to..."
Schluss
- "I would welcome the opportunity to discuss..."
- "I am available for an interview at your convenience."
- "I look forward to hearing from you."
FAQ
Vorlagen zum Download
Fazit
Eine englische Bewerbung ist mehr als eine Übersetzung – andere Regeln, andere Konventionen, anderer Ton. Kein Foto, keine persönlichen Daten, dafür klarer Fokus auf Achievements.
Wenn du die Basics beachtest, machst du einen professionellen Eindruck – egal ob London, New York oder ein internationales Unternehmen in Frankfurt.
Den kompletten Guide zum Thema Bewerbung schreiben findest du hier.
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